Spezialisierter Use Case

Automatisierte Frachtrechnungsprüfung für Logistik und Einkauf

Mit Agile Freight Audit Frachtbelege strukturiert erfassen, Frachtraten und Zuschläge gegen vorhandene Daten prüfen und nur echte Ausnahmen an Mitarbeitende übergeben.

Schematische Darstellung eines digitalen Prüfprozesses für Dokumente und Frachtrechnungen

Prozess statt Produktdemo

  1. 01
    EingangDaten und Dokumente
  2. 02
    PrüflogikRegeln und Kontext
  3. 03
    FreigabeMensch bei Ausnahmen
  4. 04
    ÜbergabeBestehende Systeme
Agile Freight Audit ist unser Lösungsansatz für die automatisierte Frachtrechnungsprüfung. Frachtrechnungen sind selten einheitlich: Spediteure und Frachtführer verwenden unterschiedliche Formate, Sprachen, Tabellen, Positionslogiken und Zuschläge. Eine tragfähige Automatisierung muss deshalb mehr leisten als Daten aus einem PDF auszulesen: Sie muss die Rechnung fachlich einordnen, mit vorhandenen Auftrags-, Preislisten-, Tarif- und Vertragsinformationen vergleichen und unklare Fälle kontrolliert zur Freigabe vorlegen.

Warum Frachtrechnungen aufwendig zu prüfen sind

In Logistik, Einkauf und Kreditorenbuchhaltung treffen täglich oder monatlich Transportrechnungen aus unterschiedlichen Quellen ein. Einige kommen als digitales PDF, andere als Scan, strukturierter Datensatz oder Anlage zu einer E-Mail. Gleichzeitig unterscheiden sich die relevanten Positionen je nach Verkehrsträger und Vertrag.

Geprüft werden beispielsweise Frachtführer, Sendungs- und Auftragsreferenzen, Transportstrecke, Frachtrate, Gewicht, Volumen, Maut, Kraftstoffzuschläge, Pflichtangaben und weitere Nebengebühren. Ohne durchgängige Datenbasis entsteht ein manueller Abgleich zwischen Rechnung, Frachtauftrag, Tarifvereinbarung, Preisliste, Lieferschein, Transport Management System und ERP.

Viele Formate

Rechnungsdaten stehen in PDF-Dateien, Scans, Tabellen oder strukturierten Nachrichten und folgen je Frachtführer einer anderen Logik.

Komplexe Preisbestandteile

Grundfracht, Maut, Kraftstoffzuschläge, Wartezeiten und weitere Nebengebühren müssen zum Auftrag und zur Tarifbasis passen.

Fehlende Referenzen

Sendungs-, Bestell- oder Auftragsnummern sind nicht immer eindeutig und erschweren den automatischen Abgleich.

Fachliche Ausnahmen

Nicht jede Abweichung ist ein Fehler. Sondervereinbarungen und unvollständige Belege benötigen eine nachvollziehbare Entscheidung.

Ein Prüfprozess, der Daten und Fachlogik verbindet

Agile Cloud konzipiert Agile Freight Audit entlang des vorhandenen Frachtkostenprozesses. Visuelle Dokumentextraktion, fachliche Regeln und gegebenenfalls KI-gestützte Plausibilitätsprüfungen werden so kombiniert, dass eindeutige Rechnungen automatisiert weiterlaufen und Ausnahmen mit Kontext an die zuständige Person gehen.

  1. Belege übernehmen: Rechnungen und Anlagen aus E-Mail, Upload, DMS, EDI oder einem vorhandenen Eingangskanal erfassen.
  2. Positionen extrahieren: Rechnungsnummer, Frachtführer, Referenzen, Relation, Verkehrsträger, Frachtrate, Gewicht, Volumen, Währung, Steuer und Zuschläge strukturiert bereitstellen.
  3. Fachlich abgleichen: Die extrahierten Werte gegen Frachtauftrag, Tarifdaten, Preislisten, Vertragsregeln, Pflichtangaben, kundenspezifische Prüflogiken, Leistungsnachweise und bereits vorhandene Rechnungen prüfen.
  4. Ausnahmen bewerten: Confidence Score, Regelverletzungen und fehlende Referenzen in einer nachvollziehbaren Prüfliste zusammenführen.
  5. Kontrolliert freigeben: Nur unklare oder kritische Fälle an Logistik, Einkauf oder Kreditorenbuchhaltung übergeben.
  6. Ergebnis zurückspielen: Freigegebene Daten und Prüfprotokoll an ERP, SAP, TMS, DMS oder ein nachgelagertes Reporting übertragen.

Nicht nur OCR

OCR erkennt Zeichen und Dokumenten-KI strukturiert Inhalte. Die eigentliche Frachtrechnungsprüfung beginnt danach: Werte werden in ihrem fachlichen Zusammenhang bewertet. Eine erkannte Zahl ist erst dann hilfreich, wenn klar ist, ob sie beispielsweise Frachtrate, Gewicht, Maut oder Kraftstoffzuschlag beschreibt und gegen welche Referenz sie geprüft werden muss.

Menschliche Verantwortung bleibt sichtbar

Automatisierung soll eindeutige Routinefälle reduzieren, nicht fachliche Verantwortung verstecken. Für jede relevante Abweichung muss erkennbar sein, welche Regel ausgelöst wurde, welche Quelle vorlag und wer den Fall entschieden hat. So entsteht ein Prüfprotokoll, das auch später verständlich bleibt.

Straße, Luft und See benötigen unterschiedliche Prüflogik

Die grundlegende Verarbeitung ist ähnlich, die fachlichen Details unterscheiden sich jedoch. Im Straßentransport stehen häufig Relation, Gewicht, Paletten, Maut und Kraftstoffzuschläge im Vordergrund. Bei Luftfracht können abrechenbares Gewicht und weitere transportartspezifische Gebühren entscheidend sein. In der Seefracht treten wiederum eigene Nebengebühren und Referenzstrukturen auf.

Deshalb wird nicht eine allgemeine „Rechnungs-KI“ über alle Belege gelegt. Die Lösung bildet Dokumenttypen, Verkehrsträger, Frachtführer und relevante Tarifregeln kontrolliert ab.

Sicherheit und Integration

Vor der technischen Umsetzung werden Datenklassen, Berechtigungen, Aufbewahrung, Protokollierung und zulässige Betriebsmodelle geklärt. Abhängig von der Ausgangslage kann die Verarbeitung in einer vorhandenen Cloud-Umgebung, einer Private Cloud oder der eigenen Infrastruktur erfolgen.

Ein Pilot muss nicht zwangsläufig mit einer tiefen ERP-Integration beginnen. Für eine frühe Validierung können repräsentative Belege und exportierte Referenzdaten ausreichen. Vor dem produktiven Betrieb werden Schnittstellen, Fehlerbehandlung, Rollen und Rückgabeprozesse jedoch verbindlich gestaltet.

Besonders geeignet

  • wiederkehrendes Rechnungsvolumen mit mehreren Frachtführern
  • vorhandene Auftrags-, Tarif- oder Vertragsdaten als Referenz
  • hoher manueller Aufwand für Abgleich und Nachfragen
  • klar benennbare Freigaberegeln und verantwortliche Rollen

Nicht der richtige Startpunkt

  • sehr geringe oder ausschließlich einmalige Belegmengen
  • keine belastbare Referenz für Preise, Leistungen oder Aufträge
  • ungeklärte fachliche Zuständigkeit für Ausnahmen
  • Erwartung einer vollständig autonomen Entscheidung ohne Kontrolllogik

Vom Musterbestand zum belastbaren Prozess

  1. Prozessbild: Eingangskanäle, Belegarten, Verkehrsträger, Prüfschritte, Ausnahmen und beteiligte Systeme aufnehmen.
  2. Datencheck: Repräsentative Rechnungen und Referenzdaten auf Qualität, Varianten und eindeutige Zuordnung prüfen.
  3. Prüfkonzept: Extraktionsfelder, Regeln, Konfidenzgrenzen, Freigaben und Nachvollziehbarkeit festlegen.
  4. Pilot: Mit einem begrenzten, realen Bestand Treffer, Fehlalarme und verbleibenden Prüfaufwand messen.
  5. Integration: Eingang, Ausnahmebearbeitung und Rückgabe in die vorhandene Systemlandschaft einbinden.
  6. Betrieb: Änderungen an Dokumenten, Tarifen und Regeln überwachen und kontrolliert nachführen.

Häufige Fragen zur automatisierten Frachtrechnungsprüfung

Welche Frachtbelege und Rechnungsformate können verarbeitet werden?

Der konkrete Umfang richtet sich nach Ihrem Bestand. Typische Eingangsdaten sind digitale PDF-Rechnungen, Scans, Tabellen und strukturierte Nachrichten. Entscheidend ist, die relevanten Dokumentvarianten vor dem Pilot vollständig zu erfassen.

Wie werden Frachtraten und Zuschläge geprüft?

Extrahierte Positionen werden mit den vorhandenen Tarif-, Vertrags-, Auftrags- oder Leistungsdaten abgeglichen. Dabei können Grundfracht, Maut, Kraftstoffzuschläge und weitere Nebengebühren getrennt bewertet werden.

Funktioniert die Prüflogik für Straßen-, Luft- und Seefracht?

Ja, sofern die jeweiligen Dokumenttypen, Referenzdaten und Regeln separat modelliert werden. Die Verkehrsträger teilen Grundschritte, unterscheiden sich jedoch bei Preisbestandteilen, Gewichtslogik und Nebengebühren.

Muss SAP oder das TMS bereits für den Pilot angebunden werden?

Nicht zwingend. Eine frühe fachliche Validierung kann mit exportierten Referenzdaten erfolgen. Für den produktiven Prozess werden Übergabe, Fehlerbehandlung und Verantwortlichkeiten anschließend sauber integriert.

Was geschieht bei unklaren Rechnungspositionen?

Unklare Felder und Regelabweichungen werden nicht verdeckt weiterverarbeitet. Sie erhalten einen Confidence Score, die relevante Quelle und den Grund der Ausnahme und gehen an eine definierte fachliche Freigabe.

Wie bleiben Entscheidungen nachvollziehbar?

Das Prüfprotokoll dokumentiert Eingangsdaten, angewendete Regeln, erkannte Abweichungen und menschliche Freigaben. Der genaue Umfang wird passend zu Prozess, Berechtigungen und Aufbewahrung festgelegt.

Kann die Verarbeitung in eigener Infrastruktur erfolgen?

Das Betriebsmodell hängt von Daten, Sicherheitsvorgaben und vorhandener Architektur ab. Private Cloud oder eigene Infrastruktur können geprüft werden; sie sind kein pauschales Versprechen für jeden Anwendungsfall.

Ihr konkreter Prozess

Keine Standardfolie. Eine klare technische und fachliche Einordnung.

Schildern Sie uns kurz Ausgangslage, Systeme und Ziel. Wir sagen offen, welcher Lösungsweg sinnvoll ist – und welcher nicht.

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